Erweiterung der Aria Operations Sustainability Funktionen & des VMware Green Score

Sebastian Diehl
24. April 2024
Reading time: 6 min
Erweiterung der Aria Operations Sustainability Funktionen & des VMware Green Score

Im Rahmen europäischer Bestrebungen zur Förderung von Nachhaltigkeit und Energieeffizienz sind Betreiber von Rechenzentren zunehmend dazu verpflichtet, ihre Anstrengungen in diesen Bereichen transparent zu dokumentieren. Die entsprechenden EU-Regulierungen (vgl. European Energy Directive – EED III) zur Protokollierung fordern eine klare und nachvollziehbare Darstellung der Nachhaltigkeitsmaßnahmen bzw. eine verpflichtende Berichterstattung über Energieeffizienz und andere nachhaltigkeitsbezogenen Indikatoren. Hierzu bietet VMware bereits standardmäßig im System Metriken zum Green Score.  

Was genau ist der Green Score?

Kurz gesagt, zeigt der Green Score wie effizient ich mit meiner IT-Umgebung haushalte. Dabei wirken sich Faktoren wie eine Überprovisionierung (durch unbenötigte Serverkapazitäten, um auf nur in seltenen Ausnahmefällen auftretende Spitzenlasten vorbereitet zu sein oder das Anlegen von zu hohen Speicherplatz-Reserven) und verschwenderischer Umgang mit Daten (Datenredundanzen, Vernachlässigung von Datenhygiene und dem daraus folgenden Erhalt von veralteten und irrelevanten Daten, sowie ineffiziente Datenbankabfragen durch schlecht optimierte Abfragen) negativ auf den Green Score aus.

Welche Folgen hat ein schlechter Green Score?

Die im vorherigen Abschnitt genannten Faktoren haben häufig nicht nur kostspielige Konsequenzen, sondern beeinflussen auch die Umweltauswirkungen eines Unternehmens negativ, indem sie den Energieverbrauch unnötig steigern und die CO2-Bilanz verschlechtern. Entscheidend ist daher Effizienz in der IT-Infrastrukturplanung und dem -management dieser, um sowohl ökologische als auch ökonomische Nachhaltigkeit zu fördern. Nachstehend noch Beispiele weiterer möglicher Konsequenzen eines negativen Green Scores:

  • erhöhte Betriebskosten
  • Investionsrisiken
  • Regulatorische Risiken
  • Image-Schäden
  • Ungenutzte Fördermöglichkeiten

Weitere Informationen zum Green Score in unserem Video:  

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Mehr Informationen

Im Folgenden zeigen wir, wie die gesammelten Daten im System so erweitert werden können, damit wir eine genauere Erfassung des Verbrauchs in der Umgebung erzielen. Dazu zählen unter anderem Komponenten der IT-Umgebung, die zwar eigentlich zum System gehören, wie beispielsweise Klimaanlagen oder der Energieverbrauch durch die Herstellung der Hosts, aber bislang nicht erfasst wurden. 

Erweiterbarkeit – Integration externer Energieverbrauchsdaten in Aria Operations

Um auch externe Stromverbraucher in die Kalkulation mit einfließen lassen zu können ist es nötig Daten, die nicht zur Standard-Collection von Aria Operations zählen, ins System zu bekommen. Dazu brauchen wir zwei Dinge: ein Objekt an das die Metrik kommt und die Metrik selbst. Zuallererst muss jedoch ein Aria Operations API Token angefragt werden, um diese beiden Anforderungen erfüllen zu können. Dies passiert folgendermaßen: 

curl --location 'https://vrops01.local/suite-api/api/auth/token/acquire' \
--header 'Accept: application/json' \
--header 'Content-Type: application/json' \
--data '{
  "username": "admin",
  "authSource": "LOCAL",
  "password": "VMware1!",
  "others": [],
  "otherAttributes": {}
}'

Wie im Screenshot zu sehen ist, definieren wir zunächst einen Namen und ein Ressource Kind (Art des Objekts), um das Objekt anlegen zu können. Weitere Arten von Ressourcen/ Ressource Kinds können beispielsweise eine Virtuelle Maschine, Host oder Cluster sein.

curl --location 'https://vrops.local/suite-api/api/resources/adapterkinds/OPENAPI' \
--header 'Accept: application/json' \
--header 'Content-Type: application/json' \
--header 'Authorization: vRealizeOpsToken d34aee60-01c6-4058-9cfe-5e5b56f707c0::9e7cc0d5-19ef-4533-956b-22543dd20a10' \
--data '{
  "description" : "Meine Klimaanlage",
  "resourceKey" : {
    "name" : "AC-RZ01",
    "adapterKindKey" : "OPENAPI",
    "resourceKindKey" : "ExternalPowerConsumer"
  },
  "ressourceStatusStates": []
}'

Hierbei ist die Objekt-ID aus der Antwort besonders wichtig, denn diese wird später benötigt, um Daten an das Objekt zu schicken.  

{
  "description": "Meine Klimaanlage",
  "resourceKey": {
    "name": "AC-RZ01",
    "adapterKindKey": "OPENAPI",
    "resourceKindKey": "ExternalPowerConsumer",
    "resourceIdentifiers": []
  },
  "resourceStatusStates": [],
  "dtEnabled": true,
  "badges": [],
  "relatedResources": [],
  "identifier": "26176812-d167-49c0-b1e0-23317e7434cd"
}

Außerdem benötigt man einen Timestamp im Unix Format. Falls man diesen nicht im Kopf berechnen kann (so wie ich) empfehle ich Unix Timestamp. In diesem Zusammenhang ist es wichtig darauf zu achten, dass der Timestamp 13 Stellen hat, da er in Millisekunden angegeben werden muss. Den Wert des Verbrauchs oder der Emission wird unter Data eingetragen. 

Wichtig ist dies in ein Skript einzuarbeiten, um in einem regelmäßigen Turnus die Werte in Aria Operations zu übertragen. 

curl --location 'https://vrops.local/suite-api/api/resources/ID/stats' \
--header 'Accept: application/json' \
--header 'Content-Type: application/json' \
--header 'Authorization: vRealizeOpsToken TOKEN' \
--data '{
  "stat-content": [
    {
      "statKey": "Sustainability|power-consumption-kwh",
      "timestamps": [1617195275000],
      "data": [10.0]
    }
  ]
}'

Supermetriken – Präzisierung der Datenanalyse

Um die im System ankommenden Daten zu ergänzen kann man sogenannte Supermetriken (ein mathematisches Konzept, das als Verbindung zwischen Datenquellen und Analyse- oder Data-Warehouse-Tools dient) nutzen. Daher betrachten wir zunächst eine Supermetrik, die die entstandene CO2-Menge pro Host berechnet. Dazu wird die “Anzahl Hosts” Metrik der vSphere World mit einem Beispielwert von 6360kg multipliziert (siehe unten). Wir empfehlen dafür, diesen Wert je Hosttyp beim Hersteller zu erfragen. 

{
  "resourceKinds": [
    {
      "resourceKindKey": "vSphere World",
      "adapterKindKey": "VMWARE"
    }
  ],
  "modificationTime": 1713891770505,
  "name": "Hardwareproduktion CO2",
  "formula": "${this, metric=summary|total_number_hosts}*6360",
  "description": "",
  "unitId": "kg",
  "modifiedBy": "770e7e1b-794f-441e-8c71-fcd861f8cac9"
}

Ergänzend dazu berechnet eine weitere Metrik die CO2Emission, die durch den Stromverbrauch externer Komponenten entstehen, die in den vorangegangenen Schritten erstellt wurden. Sollte auf Grund der Hardware keine native CO2-Verbrauchsmetrik auf den Hosts erhoben werden, kann dies analog dazu genutzt werden, um diesen Wert zu ermitteln.  

{
  "resourceKinds": [
    {
      "resourceKindKey": "ExternalPowerConsumer",
      "adapterKindKey": "OPENAPI"
    }
  ],
  "modificationTime": 1713892826899,
  "name": "CO2 durch externe Quellen",
  "formula": "${this, metric=Sustainability|power-consumption-kwh}*0.434",
  "description": "",
  "unitId": "",
  "modifiedBy": "770e7e1b-794f-441e-8c71-fcd861f8cac9"
}

Das Ergebnis

Mit den dargestellten Ergänzungen lassen sich ganz nach Belieben Dashboards, Reports und Views bauen, um den Stromverbrauch, die Temperatur im Rechenzentrum und alle weiteren auf die Nachhaltigkeit einzahlenden Metriken zu visualisieren.

Fazit 

Insgesamt lässt sich sagen, die Relevanz von Nachhaltigkeitsbemühungen in der IT-Branche wird weiter zunehmen, denn die neue Gesetzgebung verpflichtet zur Berichterstattung über nachhaltigkeitsbezogene Indikatoren. Indem Unternehmen dies als Chance sehen, ihre Umweltauswirkungen transparenter darstellen und effektiv managen, können sie nicht nur Kosten senken und regulatorischen Anforderungen gerecht werden, sondern auch ihr Image verbessern und langfristig zum Umweltschutz beitragen.